Was sind Funkamateure ?

Weltweit gibt es über 2 000 000 Funkamateure.

Rund 80 000 Frauen, Männer und Jugendliche in Deutschland sind Funkamateure.

Amateurfunk ist - anders als der weit verbreitete CB-Funk - ein internationaler anerkannter Funkdienst, wie z.B. Seefunkdienst, Flugfunkdienst oder Sicherheitsfunkdienste. Amateurfunkaussendungen darf jeder hören. Senden darf jedoch nur ein Funkamateur, der vorher eine amtliche Prüfung bei der Bundesnetzagentur bestanden und eine behördliche Zulassung erhalten hat.

Die meisten Funkamateure betreiben ihr Hobby von zu Hause aus.Für viele behinderte Funkamateure ist das Funken die ideale und manchmal einzige Möglichkeit, zu kommunizieren. Auch bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, in durch Schnee und Eis abgeschnittenen Gebieten, bei Lawinenunglücken oder in Notsituationen bei Unfällen kann der Funkamateur die letzte noch funtionierende Verbindung zur Außenwelt sein, weil alle anderen Kommunikationsmittel ausgefallen sind.

 

Was ist der Amateurfunkdienst?

Reiserad mit Einspuranhänger, welches mit Amateurfunkgeräten und Antennen ausgerüstet ist

Der Amateurfunkdienst (kurz: Amateurfunk; englisch amateur radio service oder umgangssprachlich ham radio) ist im Sinne der Internationalen Fernmeldeunion ein von Amateuren ausgeübter globaler nichtkommerzieller 2-Wege-Funkdienst (englisch service) mit den Selbstzwecken:

  • Selbststudium der Funktechnik
  • Kommunikation untereinander
  • technische Untersuchungen

Daneben gibt es für denselben Personenkreis einen zweiten Funkdienst, den Amateurfunkdienst über Satelliten, der Stationen an Bord von Amateurfunksatelliten oder Raumstationen nutzt.

Funkamateure werden nach einer Prüfung zum Amateurfunkdienst zugelassen und betreiben die Funktechnik als Hobby und nicht aus finanziellem Interesse.

Nur in Notfällen und bei Katastrophen dürfen Nachrichten auch von und an Dritte übermittelt werden. Die Regelungen der ITU berühren ausdrücklich keine politischen Aspekte wie die Meinungsfreiheit oder die Souveränität der Mitgliedsstaaten. Amateurfunk ist unmittelbare Völkerverständigung[1] über Grenzen hinweg und dient nichtkommerziellen persönlichen Interessen wie Freundschaftspflege, Weiterbildung, Forschung, Wissenschaft und Technik aber auch der Befriedigung der Sammelleidenschaft.

Das völkerrechtliche Vertragswerk der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ist die Vollzugsordnung für den Funkdienst (in Österreich und Deutschland: VO Funk, in der Schweiz: Radioreglement, aktuell in der Fassung von 2016). Dieser internationale Vertrag reglementiert den Sendeempfangsbetrieb aller Funkdienste, um gegenseitige Störungen an den Landesgrenzen und über diese hinweg auszuschließen. Das internationale Recht wird über Amateurfunkgesetze, Verordnungen und nationale Frequenzpläne in Landesrecht umgesetzt. Die jeweilige Landesverwaltung erlässt auch Vorschriften über die Ausbildung, Prüfung, Zulassung und Erteilung von Rufzeichen. Die Regeln unterliegen Änderungen, z. B. ist die Morse-Prüfung in Deutschland seit 2003 auf Kurzwelle auch im Amateurfunk nicht mehr zwingend erforderlich[2].

In der VO Funk wird der Amateurfunkdienst wie folgt definiert:

1.56 amateur service: A radiocommunication service for the purpose of selftraining, intercommunication and technical investigations carried out by amateurs, that is, by duly authorized persons interested in radio technique solely with a personal aim and without pecuniary interest.
1.57 amateur-satellite service: A radiocommunication service using space stations on earth satellites for the same purposes as those of the amateur service.

Die Amateurfunklizenzen (in Deutschland Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst) sind entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der abgelegten Prüfung in mehrere Klassen abgestuft mit Einschränkungen bei der Frequenznutzung, Sendeleistung, Modulation oder bei der Betriebsart. Zunächst wird eine Prüfung bei der zuständigen Landesstelle abgelegt. In Deutschland ist es die Bundesnetzagentur BNetzA, in Österreich das Bundesministerium für Verkehr, Information und Technologie, in der Schweiz das Bundesamt für Kommunikation BAKOM. In den USA prüft ausnahmsweise der Amateurfunkverband ARRL selbst. Nach der Prüfung kann der Inhaber des Prüfzeugnisses seine Lizenz beantragen, sofern er das Amateurfunkrufzeichen nicht schon nach bestandener Prüfung erhielt.

Das personalisierte Rufzeichen dient der eindeutigen Identifikation einer Sendefunkstelle und besteht aus einer alphanumerischen Kombination. Die ITU-Präfixe der Rufzeichen sind einzelnen Staaten, davon abhängigen oder unabhängigen Gebieten und internationalen Organisationen zugeordnet. Einige Länder haben mehrere Präfixe.

Auch dem Präfix folgende Zeichen können eine regionale Bedeutung haben, in Österreich entspricht die dem Landespräfix OE folgende Zahl 1–9 einem Bundesland.